Einbruch - die ersten Stunden entscheiden

Polizei, Versicherung, Aufsperrdienst - die richtige Reihenfolge in den ersten 24 Stunden

Zu Hause ankommen und die Wohnungstür steht offen, in der Wohnung Chaos, Gegenstände fehlen - ein Einbruch ist einer der psychisch schwersten Momente. In den ersten Stunden nach der Entdeckung entscheidet sich, wie gut Sie die Versicherungsleistung bekommen und wie schnell Sie wieder sicher wohnen. Hier die Reihenfolge.

Kurz gefasst

  • Darf ich die Wohnung aufräumen, bevor die Polizei da war? Nein. Lassen Sie alles unberührt bis zur Spurensicherung. Auch wenn das Chaos schwer auszuhalten ist.
  • Muss ich sofort beim Versicherer anrufen oder reicht eine schriftliche Meldung? Rufen Sie sofort an - die meisten Versicherer verlangen unverzügliche Meldung. Schriftliche Schadensmeldung kommt danach innerhalb 1-7 Tagen.
  • Bezahlt die Versicherung auch den psychologischen Folgeschaden? Die Haushaltsversicherung nicht. Therapiekosten laufen über die Krankenversicherung. Einige Rechtsschutzversicherungen und Bonusprogramme bieten Opferhilfe als Zusatzleistung.

Die ersten 15 Minuten - Sicherheit zuerst

  1. Nicht allein in die Wohnung gehen. Der Täter könnte noch drinnen sein - sehr selten, aber möglich. Im Stiegenhaus bleiben, Nachbarn klopfen.
  2. Polizei rufen - 133 oder 112. Noch vor der Wohnungsinspektion. Die Polizei entscheidet, ob sie sofort kommt oder einen Termin vergibt.
  3. Nichts berühren. Keine Türen öffnen, keine Schubladen schliessen, keine Gegenstände anordnen. Fingerabdrücke, DNA-Spuren und Fussabdrücke sind für die Ermittlung entscheidend.
  4. Fotos machen - im Stiegenhaus, an der Tür, wenn sichtbar. Die Zeit, bis die Polizei kommt, können Sie für Erinnerungsnotizen nutzen.
  5. Bei Einbruch mit Personen im Haus (nachts, wenn Sie schlafend überrascht werden): sofort Notruf 133, Fenster oder Balkon verwenden, nicht den Täter konfrontieren.

Die ersten zwei Stunden - Polizei und Spurensicherung

Was die Polizei tut, ist standardisiert, Sie können dem Ablauf folgen:

  1. Spurensicherung: Fingerabdrücke, DNA-Proben, Fotos der Einstiegsstelle
  2. Aufnahme: Protokoll, Ihre Angaben zu fehlenden Gegenständen, Schätzwert
  3. Aktenzeichen: wird sofort vergeben - unbedingt notieren, die Versicherung braucht es
  4. Anzeigenbestätigung: erhalten Sie schriftlich oder online nachträglich

Während Sie auf die Polizei warten, notieren Sie auf einem Zettel (nicht im Kopf):

Die ersten 24 Stunden - Versicherung und Sicherung

Versicherung kontaktieren

  1. Telefonisch bei der Haushaltsversicherung melden - die meisten haben 24h-Notfallleitungen
  2. Polizeiaktenzeichen durchgeben
  3. Schadensumme grob schätzen - detaillierte Liste kommt später
  4. Klären, wer den Schlüsseldienst bezahlt: bei Einbruch übernimmt die Versicherung meist den Sofortservice. Ob der Versicherer einen bestimmten Anbieter vorschlägt oder Sie wählen können, hängt vom Vertrag ab.

Türsicherung

Der Aufsperrdienst sichert zunächst die Tür. Das umfasst:

Der Fachbetrieb erstellt eine ordentliche Rechnung mit allen Positionen - Voraussetzung für die Versicherungserstattung.

Inventarliste erstellen - die gründliche Methode

Die detaillierte Schadensliste entscheidet, wie viel die Versicherung zahlt. Zwei bis drei Stunden Arbeit, die sich in den allermeisten Fällen lohnen:

  1. Raum für Raum durchgehen - systematisch, mit Notizblock oder Tablet
  2. Jeder fehlende Gegenstand einzeln notieren: Typ, Marke, Modell, Kaufjahr, ungefährer Kaufpreis, ungefährer Zeitwert
  3. Kaufbelege heraussuchen - auch alte Rechnungen, Kreditkartenabrechnungen, Fotos vom Kauf
  4. Fotos von Zustand und Lage im Raum machen - was ist beschädigt, was ist weg
  5. Zwei bis drei Tage Geduld: oft fallen Diebstähle erst später auf, wenn man einen bestimmten Gegenstand braucht
Tipp für die Zukunft: Sobald Sie sich von dem Einbruch erholt haben, fotografieren Sie Ihre Wohnung systematisch - Fotos aller Räume, aller wertvolleren Gegenstände, Seriennummern. Cloud-Speicher oder USB-Stick ausserhalb der Wohnung aufbewahren. Das beschleunigt einen eventuellen späteren Schadenfall massiv.

Die ersten Tage - Sicherheit wiederherstellen

Neben den Formalien brauchen Sie zwei Dinge: wieder sicher wohnen können und psychisch zur Ruhe kommen.

Sicherheit

Psychische Nachsorge

Ein Einbruch ist ein Gewalteinbruch in den persönlichsten Raum. Viele Menschen haben tagelang Schlafstörungen, fühlen sich unsicher, sind gereizt. Das ist normal. Wenn es länger als zwei Wochen anhält:

Was die Versicherung in der Regel erstattet

Die Haushaltsversicherung deckt meist:

Nicht abgedeckt sind meist:

Häufig gestellte Fragen

Darf ich die Wohnung aufräumen, bevor die Polizei da war?
Nein. Lassen Sie alles unberührt bis zur Spurensicherung. Auch wenn das Chaos schwer auszuhalten ist.
Muss ich sofort beim Versicherer anrufen oder reicht eine schriftliche Meldung?
Rufen Sie sofort an - die meisten Versicherer verlangen unverzügliche Meldung. Schriftliche Schadensmeldung kommt danach innerhalb 1-7 Tagen.
Bezahlt die Versicherung auch den psychologischen Folgeschaden?
Die Haushaltsversicherung nicht. Therapiekosten laufen über die Krankenversicherung. Einige Rechtsschutzversicherungen und Bonusprogramme bieten Opferhilfe als Zusatzleistung.
Wie lange dauert die Ermittlung bei Einbruch?
Die Spurenauswertung dauert Wochen bis Monate. Die meisten Wohnungseinbrüche werden leider nicht aufgeklärt - nur rund 10 bis 15 Prozent der Täter werden ermittelt.

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